Hans-Jörg Enz im Kongo
Gegen Ende meines abwechslungsreichen Berufslebens habe ich mir noch Berufstraum erfüllen können und habe vom Mai 08 bis August 10 für die kleine feine Deutsche Hilforganisation Eirene in Bukavu in der sogenannten Demokratischen Republik Kongo gearbeitet an diesen Projekten:
Journalisten-Ausbildung bei Radio Maendeleo
Ich versuchte den KollegInnen zu helfen, handwerklich besser gemachte und recherchierte Beiträge zu produzieren.
Weiterentwicklung der Radio-Clubs
Radio
Maendeleo hat über 100 Radio-Clubs im ganzen Süd-Kivu, die zusammen
Sendungen hören und darüber diskutieren. Etwa 50 Clubs produzieren mit einfachen Kassetengeräten Beiträge für die Sendungen von Maendeleo (Bild).
Auch hier versuchten wir die
Qualität zu steigern.
Konflikt sensitiver Journalismus
Der Völkermord in Rwanda 1994 hat es gezeigt: Medien können einen Konflikt anheizen, Medien können aber auch mithelfen, den Frieden zu stabilisieren. Konflikt sensitiver Journalismus oder Friedensjournalismus ist Qualitätsjournalismus, der sich der Wirkung der Arbeit bewusst ist, Ereignisse in ihrer ganzen Tragweite darstellt, alle Seiten zu Wort kommen lässt, nicht nur Probleme aufzeigt sondern auf Lösungen fokussiert. In Bukavu produzieren 8 Radiostationen jeden Monat gemeinsam Sendungen nach diesem Ansatz.
Projekt Pigiste - finanziert von der DEZA
Im November hat das Projekt Pigiste gestartet, bei dem Radio Maendeleo, Bukavu, Kongo; Radio Publique Africaine, Bujumbura, Burundi und Radio Izuba, Rwanda zusammenarbeiten.
Sie tauschen regelmässig Programme aus und dienen sich gegenseitig als Korrespondenten. Zu Pigiste gehört ein Ausbildungsprogramm für junge JournalistInnen. Die drei Stationen stellen je zwei Stagiaires, die 18 Monate bei den drei Stationen arbeiten und 14 Wochen fundierte Journalistenausbildung erhalten. An den einzelnen Modulen können auch andere JournalstInnen von Radiostationen teilnehmen.
Die drei Stationen haben sich auch verpflichtet, nach Ideen des Konflikt sensitiven Journalismus zu arbeiten.
Das Projekt wird während dreier Jahre finanziert von DEZA, der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit der Eigenossenschaft. EIRENE stellt eine Friedensfachkraft, die das Projekt koordiniert, zusammen mit einem einheimischen Profi.